Beteiligte Kliniken und Institute

Fünf Kliniken und Institute sind am LTC Essen beteiligt. Ärztliche Zuweiser und Patienten wenden sich bitte direkt an die Ansprechpartner in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie oder in der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Transplantationschirurgie.


Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

Prof. Dr.Guido Gerken
Dr. Alexander Dechêne

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Guido Gerken (Zentrumsleiter)

Dr. med. Alexander Dechêne (Zentrumskoordinator)

Dr. med. Jan Best

Frau Sotiria Bedreli

Telefon: 0201 / 723-3615

 


Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationsmedizin

Prof. Andreas Paul

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Andreas Paul
Kommissarischer  Direktor

Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Treckmann
Stellvertretender Direktor

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Telefon: 0201 723-1101

Chirurgische Klinik - Kurzportrait

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie ist ein überregionales Zentrum für hepato-pancreatico-biliäre Chirurgie, also der Chirurgie für Erkrankungen der Leber und der Gallenwege sowie der Bauchspeicheldrüse.

Dies umfasst neben der operativen Behandlung von lebereigenen, bösartigen und gutartigen Tumoren der Leber die Entfernung von Tochtergeschwülsten anderer Tumoren in der Leber. Leberzysten, entweder parasitär durch Bandwurmarten bedingt oder als gutartige Neubildung, werden in unserer Klinik in hoher Frequenz behandelt. Die minimal-invasive Chirurgie kommt, soweit möglich, auch in der Leberchirurgie zum Einsatz.

Bei Patienten mit einem primärem Leberzellkarzinom (HCC) stellt die Transplantation ein potentiell kuratives Behandlungskonzept dar. Mehr als 1.900 Lebern sind in Essen bereits verpflanzt worden. Die Transplantation stellt einen der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät dar. Sowohl klinische als auch theoretische Abteilungen arbeiten hier in verschiedensten, drittmittelgeförderten Projekten und in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern an der Entwicklung neuer Verfahren und therapeutischer Maßnahmen. Die Summe wertvoller Erfahrungen, die unsere Klinik auf dem Gebiet der Transplantation vorweisen kann, hat uns zu einem international führenden Zentrum gemacht.

Die Erkrankungen der intra- und extrahepatischen Gallenwege (Cholangiozelluläres Karzinom und Klatskin-Tumoren) stellen einen weiteren Schwerpunkt unseres Zentrums dar. Häufig sind bei Verschlüssen der Gallenwege - ob entzündlich oder tumorbedingt - Vorbehandlungen in Zusammenarbeit mit der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie notwendig, um eine vielleicht aufgetretene Gelbsucht (Ikterus) zu behandeln. Wichtig ist bei den häufig komplexen Krankheitsbildern eine gute, professionelle Zusammenarbeit mit anderen Kliniken, wie der Radiologie, der Onkologie und der Hepatologie/ Gastroenterologie, um durch Vorbehandlungen chirurgische Ansätze überhaupt zu ermöglichen oder, wenn chirurgische Verfahren nicht möglich sind, die besten Alternativen für eine Behandlung anzubieten. Dies ist in unserem Zentrum in besonderem Maße gegeben.

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Klinik für Nuklearmedizin

Ansprechpartner

Direktor
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer.nat.
Andreas Bockisch

 

Oberarzt
Dr. med. Stefan P. Müller

 

 

 


Assistenzarzt
Dr. Thorsten Dannert

 

 


Sekretariat
Britta Gruteser
Tel.: 0201 / 723-2032/33
Fax: 0201 / 723-5964

Terminvergabe
Tel.: 0201 / 723 2919
Fax: 0201 / 723-1862

Selektive Interne Radionuklidtherapie mit [90Y]-Mikrosphären

Die SIRT der Leber ist ein spezielles nuklearmedizinisches Therapieverfahren bösartiger Tumoren in der Leber und beruht auf dem Einbringen kleiner radioaktiver Glaskügelchen, so genannter Mikrosphären (Produktname: TheraSphere®), in das Tumorgewebe der Leber. Dieses Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn andere Therapieverfahren (z.B. eine Operation, eine Chemoembolisation, eine Verkochung durch Radiofrequenzablation, eine Laser-Therapie, etc.) nicht mehr möglich sind. Im Rahmen dieser Therapie werden Glaskügelchen über einen kleinen Katheter verabreicht und gelangen so mit dem Blutstrom direkt in das gut durchblutete Tumorgewebe und bleiben hier in den kleinsten Gefäßen, die den Tumor mit arteriellem Blut versorgen, „stecken“. Von dort aus sendet das in den Kügelchen enthaltene Isotop [90Y] über mehrere Tage hinweg eine Strahlung mit maximal etwa 1 cm Reichweite im Weichteilgewebe. Dadurch wird die Gefahr der Schädigung des umliegenden gesunden Gewebes deutlich reduziert.

Bei welchen Erkrankungen wird diese Therapie durchgeführt?
Die Behandlung mit TheraSphere® ist umso effektiver, je stärker das Tumorgewebe in der Leber aus der Leberarterie
mit Blut versorgt wird. Wissenschaftliche Studien zeigen insbesondere bei folgenden Tumorarten Therapieerfolge:

  • Hepatozelluläres Karzinom
  • Lebermetastasen beim Mammakarzinom
  • Lebermetastasen bei neuroendokrinen Tumoren
  • Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom


Vorbereitung
Um eine SIRT durchführen zu können, muss sichergestellt sein, dass andere Therapieverfahren, wie die operative Entfernung, eine Chemoembolisation oder systemische Chemotherapie nicht möglich sind.
Darüber hinaus gelten folgende Voraussetzungen:

  • regelrechte Leberfunktion
  • kein oder nur geringer Nachweis eines Aszites
  • keine vorherige perkutane Bestrahlung der Leber
  • die Behandlung muss komplikationslos möglich sein
  • kein Nachweis eines Blutflusses in andere Organe (mittels vorbereitender Katheteruntersuchung)
  • die SIRT muss technisch durchführbar sein
  • kein Nachweis von Metastasen außerhalb der Leber (im Einzelfall kann hiervon abgewichen werden).


Diese Aspekte werden im Rahmen der Voruntersuchungen zur Therapieplanung geprüft.

Anhand von vorab zugesandten Unterlagen wird geprüft, ob im Einzelfall die wichtigsten Einschlusskriterien erfüllt sind. Hierzu bitten wir um Zusendung folgender Informationen:

  • Art des Tumors (Bericht des Pathologen, Arztbriefe, etc.)
  • Auflistung der bisher erfolgten Therapien (möglichst exakte Aufstellung der durchgeführten Chemotherapien, den entsprechenden Behandlungszeitraum und Behandlungserfolg).
  • Aktuelle Computertomographie von Brust- und Bauchraum (Bilddaten auf CD-ROM oder Film, Befundkopie).
  • Aktuelle Laborwerte (Tumormarker, Leberwerte, Bilirubin).


Bei der Beschaffung dieser Unterlagen ist in der Regel der Hausarzt oder der behandelnde Onkologe behilflich.

Stellt sich nach Durchsicht der Unterlagen heraus, dass die SIRT tatsächlich eine viel versprechende Option darstellt, sind weitere Untersuchungen nötig, für die der Patient kurzfristig auf die gastroenterologische Station einbestellt wird. Während dieses in der Regel zwei- bis dreitägigen Aufenthalts wird neben einer ausführlichen Bestimmung von Laborwerten eine Computertomographie (CT) des Ganzkörpers durchgeführt mit dem Ziel, die aktuelle Ausdehnung und Ausprägung des Leberbefalls festzustellen und einen Befall anderer Organe auszuschließen. Zudem wird die Gefäßversorgung der Leber mittels einer Katheteruntersuchung unter Durchleuchtung sichtbar gemacht. Dies geschieht durch das Einführen eines kleinen Katheters in die Leiste, der bis in die Leberregion vorgeschoben wird. Gefäße, die von der Leber weg zu anderen Organen führen und damit für die Yttrium-90-Radiotherapie ein Problem darstellen, können so frühzeitig erkannt und ggf. verschlossen werden. Zudem wird im Rahmen dieser Untersuchung die eigentliche Therapie durch Einspritzen eines radioaktiven Stoffes mit ähnlichen Eigenschaften wie die therapeutischen Mikrosphären simuliert. Diese Substanz enthält jedoch keine schädigende Strahlung. Es kann somit die Verteilung der eigentlichen Therapiesubstanz im Vorfeld abgeschätzt werden und eine Kurzschlussverbindung in die Lunge ausgeschlossen werden.

Ablauf der Therapie
Wenn sich in der Vordiagnostik keine Kontraindikationen für die Durchführung der Therapie ergeben, erfolgt die eigentliche Behandlung während eines erneuten stationären Aufenthaltes. Die Kollegen aus der interventionellen Radiologie führen dann zur Vorbereitung der Behandlung erneut eine Gefäßdarstellung der Leber durch und verschließen je nach Erfordernis kleine Gefäßäste, um mit einem hohen Maß an Sicherheit einen Abstrom der Therapiesubstanz in andere Organe auszuschließen.

Über den liegenden Katheter wird langsam - unter Berücksichtigung der Flussverhältnisse - die Therapiesubstanz gesondert in die rechte oder die linke Leberarterie verabreicht und der Katheter wieder entfernt. Der Patient soll im Anschluss daran (wie bei der Vordiagnostik) ca. 5-6 Stunden Bettruhe einhalten, um eventuellen Nachblutungen aus der Leiste vorzubeugen. Nach der Therapie wird die Verteilung der TheraSphere® im Rahmen einer Szintigraphie dokumentiert. Aufgrund der Strahlenschutzgesetzgebung in Deutschland ist nach der Therapie ein mindestens 2-tägiger stationärer Aufenthalt auf einer nuklearmedizinischen Therapiestation vorgeschrieben. Eine ambulante Durchführung dieser Therapie ist daher generell nicht möglich. Die Entlassung erfolgt in Abhängigkeit vom klinischen Zustand, in der Regel 2 Tage nach Therapie. In der Regel wird die Behandlung gut vertragen.

Bei einigen Patienten treten allerdings kurzzeitig Symptome wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit und leichtes Fieber auf, die sich aber in der Regel durch Gabe von Medikamenten sehr gut behandeln lassen und in der Regel nach 1 bis 2 Tagen wieder abgeklungen sind. Häufig besteht nach der Behandlung noch über mehrere Tage oder Wochen Müdigkeit und verringerter Appetit. Passager kommt es gelegentlich zu einem vorübergehenden Anstieg der Leberwerte als Reaktion auf die erfolgte Therapie. Eine Normalisierung der Laborwerte ist jedoch meist nach wenigen Tagen wieder erreicht. Sehr selten können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, z.B. dann, wenn trotzt aller Vorsichtsmaßnahmen Mikrosphären in andere Organe (z.B. den Magen, die Bauchspeicheldrüse, die Lunge) abfließen sollten. Auch kann in seltenen Fällen die Strahlenexposition des normalen Lebergewebes zu einer zeitweiligen oder bleibenden Verschlechterung der Leberfunktion (Strahlenhepatitis) führen. Dieser Effekt ist in der Regel erst einige Wochen nach der Therapie zu beobachten.

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Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Ansprechpartner

PD Dr. Thomas Lauenstein
Stellvertretender Klinikdirektor

PD Dr. Thomas. Schlosser
Leitender Oberarzt

Dr. Jens Theysohn
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kontakt:
Radiologisches Sekretariat
0201 / 723 1500


Stellenwert radiologischer Verfahren

Radiologische Verfahren spielen sowohl bei der Diagnostik als auch für die Therapie von Lebertumoren eine große Rolle. Insbesondere die stetige Weiterentwicklung der Schnittbildverfahren, wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT), hat dazu geführt, dass Lebertumoren radiologisch mit einer hohen Sensitivität und Spezifität diagnostiziert und ätiologisch eingeordnet werden können. Dies gilt sowohl für lebereigne Tumoren, wie für das hepatozelluläre Karzinom (HCC) oder das cholangiozelluläre Karzinom (CCC), als auch für Lebermetastasen. So kann beispielsweise bei einigen Patienten auf eine Biopsiegewinnung und histopathologische Aufarbeitung des Gewebes verzichtet werden, wenn mehrere radiologische Verfahren einen Lebertumor mit typischen Charakteristika abbilden können. Auch besitzen diagnostische radiologische Verfahren einen hohen Stellenwert für das Therapiemonitoring von Lebertumoren. So können zum einen morphologische Kriterien, z.B. eine rückläufige Tumorgröße unter Therapie,  genau dargestellt werden. Zusätzlich geben Verfahren wie die MRT auch Einblicke in die Tumorphysiologie, beispielsweise unter Verwendung von Perfusionsanalysen oder der Bewertung von Diffusionsstörungen von Geweben. Auch diese Größen können dazu verwendet werden, einen Therapieerfolg zu belegen.

Zudem können bestimmte Lebertumoren durch radiologische Verfahren therapiert werden. Hierzu gehören ablative Methoden, wie z.B. die Radiofrequenzablation. Dabei werden unter CT-Sicht Sonden in einen Tumorherd vorgeführt. Durch Anlage von Wechselströmen zwischen den Sonden kann eine Nekrotisierung des Tumorgewebes erzielt werden. Zu den weitere therapeutischen Verfahren zählt die transarterielle Chemoembolisation (TACE) oder die Radioembolisation. Bei diesen angiographischen Verfahren werden Substanzen in den arteriellen Gefäßbaum der Leber appliziert. Hierdurch werden insbesondere hypervaskularisierte Tumoren, wie das HCC oder Metastasen neuroendokriner Tumor, minimal invasiv behandelbar.

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Institut für Pathologie

Prof. Hideo A. Baba

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Hideo A. Baba
Stellvertretender Direktor

Institut für Pathologie
Telefon: 0201 / 723-2890

Pathologische Diagnostik

Am Institut für Pathologie werden eine Vielzahl von Methoden angewendet, um Lebertumoren zu diagnostizieren. Neben den konventionellen Färbungen steht auch die Versilberung zur Darstellung des retikulären Fasergerüstes zur Verfügung. Zusätzlich werden immunhistochemische Färbungen durchgeführt, um Lebertumoren zu differenzieren und gegen gutartige Veränderungen abzugrenzen.

Histologischer Schnitt mit einer Silberfärbung. Im unteren Bildteil erkennt man das Leberzellkarzinom und oben normales Lebergewebe.
Immunhistochemische Färbung mit einem Antikörper gegen Glypican-3. Die braun markierten Zellen sind Leberzellkarzinomzellen.

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Anmeldung von Patienten

Wenn Sie sich als Patient im Lebertumor-Centrum Essen anmelden möchten, so wenden Sie sich bitte entweder an die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie oder an die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.

Sprechzeiten und Ansprechpartner

Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Telefon: 0201 / 723-83615

Poliklinik Gastroenterologie

gastroambulanz@uk-essen.de

Medizinisches Zentrum (Lageplan D4)

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationsmedizin

Lebertransplantationsambulanz

dienstags bis freitags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Telefon: 0201 / 723-1130 oder -5147
Operatives Zentrum II (Lageplan C2)